Logistik
Mit der EU-Osterweiterung ist Mitteldeutschland ins Zentrum des europäischen Wirtschaftsraumes gerückt. Sachsen-Anhalt gewinnt an Bedeutung als Drehscheibe für Transport und Logistik zwischen Ost und West.
Nachrichten
Ob süße Ferrero-Küsschen, leckere Mon Chérie- und Roché-Pralinen oder der Brotaufstrich Nutella – alles, was aus dem Hause des Süßwarenherstellers Ferrero in den neuen Ländern in die Regale des Einzelhandels kommt, hat zuvor die wohltemperierten Hallen der Firma Offergeld Logistik im Gewerbegebiet Sachsen-Anhalt Süd an der Auffahrt Naumburg/Zeitz zur Autobahn A 9 passiert.
Das Logistik-Unternehmen betreibt seit sechs Jahren das Regionallager Ost für den Süßwaren-Hersteller. „Wir unterhalten die gesamte Logistik-Kette. Das Regionallager wird von uns mit den Waren aus dem Zentrallager in Stadtallendorf in Hessen gefüllt. Je nach Handelskette stellen wir Komplett-Ladungen zusammen, verpacken die Ware und verteilen sie“, sagt Adolf Jahr, Geschäftsführer der Offergeld-Niederlassung in dem Gewerbegebiet, das sich über die Gemarkungen mehrerer Gemeinden erstreckt. Der Süßwaren-Hersteller dürfte mit der Logistik-Firma in Schleinitz zufrieden sein. Denn Offergeld Logistik betreibt seit kurzem auch das Regionallager Südwest in Bietigheim in Baden-Württemberg. Derzeit sind drei Mitarbeiter aus Schleinitz in Bietigheim, um ihre Kollegen in das Logistik-Geschäft mit süßen Sachen einzuarbeiten.
Zu den Kunden der Logistik-Firma im Burgenlandkreis gehören zudem die Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli aus der Schweiz sowie Rotstern aus Thüringen. Für die Südzucker AG in Zeitz lagert Offergeld 10 000 Tonnen Weißzucker in verschiedenster Form in seinen Hallen. Auch die Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei in Freyburg, sowie zwei große Flachglashersteller nehmen die Dienste der Logistik-Firma und ihrer Spezialfahrzeuge in Anspruch. Geschäftsführer Jahr führt diese Erfolge neben dem Engagement seiner 300 Mitarbeiter auch auf die exzellente Lage des Betriebes zurück. „Für Logistik-Dienstleister hat Autobahnnähe erste Priorität“, sagt Jahr.
Diese Nähe schätzen auch andere Firmen, die sich in dem 1991 gegründeten Gewerbegebiet niedergelassen haben. Inzwischen ist es auf 145 Hektar angewachsen. Lediglich drei Hektar davon sind noch zu haben, sagt Günther Wienhold, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Burgenlandkreises. Neben einer Reihe von Produktionsbetrieben haben sich auch die Spedition Reico und die Kaufland-Logistik GmbH angesiedelt. Das Frische- und Logistikzentrum von Kaufland in Unterkaka/Osterfeld beliefert 122 Filialen der Handelskette in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Nordbayern, Hessen und Niedersachsen. In Spitzenzeiten rollen täglich bis zu 2 000 Lastkraftwagen vom Gelände. Gerade hat der Handelsriese im Juni seine Lagerfläche um 35 000 Quadratmeter erweitert. Investiert wurde ein zweistelliger Millionenbetrag. Gebaut wurde nicht nur ein neuer Lagerkomplex, sondern auch ein Tunnel unter der Landesstraße 190 hindurch. Damit sei eine sichere Verbindung zu dem seit 15 Jahren bestehenden Lagergrundstück geschaffen, berichtet Unterkakas Bürgermeister Manfred Kalinka, der das Entstehen des Gewerbegebiets von Anfang an begleitet hat. Dessen Attraktivität führt er wie Wirtschaftsförderer Wienhold und Offergeld-Chef Jahr auf die günstige Lage zurück. Die Autobahn A 9 Berlin-München, aber auch die Autobahn-Trasse A 38, der nahe Flughafen Leipzig/Halle und die vielen Autozulieferer machten den Standort für viele Investoren interessant. Inzwischen arbeiten dort 4.000 Menschen, davon 2 000 allein bei Kaufland.
Deshalb plant die Stadt Weissenfels eine Autobahnabfahrt weiter nördlich eine ähnliche Erfolgsgeschichte. Bei Weissenfels, Langendorf, Zorbau und Nessa werde ein Industriegebiet mit einer Fläche von anfangs 160 Hektar geplant, blickt Wienhold voraus.
Veranstaltungen
Dr. Karl Nowak, Vorsitzender des Zentralbereichs Einkauf und Logistik bei Bosch und Mitglied des BVL-Vorstands, hält ein Impulsreferat und moderiert eine Runde mit drei Experten aus drei sehr unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen: Dr. Günther Reinelt, Miele, spricht über ausgewogene Einkaufs- und Logistikziele und die Optimierung von Sortimentsstabilität und Servicegrad. Sportlich geht Reiner Seiz von der Puma AG das Thema an: Eine sportliche Supply Chain als Antwort auf kurze Produktlebenszyklen, lautet die Überschrift seines Vortrags.
Aus wissenschaftlicher Sicht spricht Prof. Michael Henke von der European Business School die Problematik an und berichtet über „Wettbewerbsvorteile durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit im Supply Management“. Der 27. Deutsche Logistik-Kongress findet vom 20. bis 22. Oktober in Berlin statt.
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Logistik-Forschung
Wissenschaft und Forschung arbeiten an Konzepten für die Prozesse der Zukunft.
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Märkte
Distribution und Beschaffung – Sachsen-Anhalt bietet Logistikern Marktpotenzial.
Arbeitskräfte
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